Die Fälle von Fake-Werbung im Internet nehmen rasant zu – und immer häufiger trifft es bekannte Persönlichkeiten. Besonders perfide: Betrüger nutzen Gesichter und Namen von Medienfiguren, um Vertrauen zu schaffen und Menschen in teure Fallen zu locken. Genau das ist auch bei Mona Vetsch passiert. Ihr Name und ihr Gesicht wurden wiederholt für betrügerische Investmentanzeigen missbraucht – ohne ihr Wissen, ohne ihre Zustimmung.
Doch der Fall wirft eine grössere Frage auf:
Was können Betroffene eigentlich tun, um sich im digitalen Raum besser zu schützen?
Das Problem: Kontrollverlust im eigenen Namen
Im Internet kann heute praktisch jeder Inhalte erstellen, verbreiten und manipulieren. Mit KI-generierten Bildern, gefälschten Interviews und täuschend echten Webseiten entsteht schnell der Eindruck von Seriosität. Besonders gefährlich wird es, wenn bekannte Namen ins Spiel kommen.
Das Problem dabei:
Die betroffene Person hat oft keine direkte Kontrolle darüber, was unter ihrem Namen kursiert.
Selbst wenn Fake-Inhalte gemeldet werden, bleiben sie oft lange online – oder tauchen kurz darauf wieder auf.
Defensive Domainregistrierung: Die erste Schutzlinie
Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Schritt ist die sogenannte defensive Domainregistrierung.
Das bedeutet:
- Man sichert sich frühzeitig wichtige Domainnamen wie
- vorname-nachname.ch
- vorname-nachname.com
- nachnamevorname.ch
- Zusätzlich werden Varianten und häufige Tippfehler registriert
Warum das wichtig ist:
Wenn diese Domains nicht geschützt sind, können Betrüger sie kaufen und gezielt einsetzen. Eine Adresse wie „mona-vetsch.com“ wirkt für viele Nutzer absolut glaubwürdig – selbst wenn sie komplett gefälscht ist.
👉 Wer die Domains selbst besitzt, verhindert zumindest, dass sie für Betrug missbraucht werden.
Die eigene Website als digitale Vertrauensquelle
Doch Domains zu sichern ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, was man daraus macht.
Eine offizielle Website kann eine zentrale Rolle spielen:
1. Klare Identität schaffen
Eine verifizierte Website zeigt:
„Das ist die echte, offizielle Präsenz.“
Gerade in einer Zeit voller Fake-Inhalte ist das enorm wichtig.
2. Aktiv über Betrug informieren
Eine eigene Seite kann genutzt werden, um:
- vor aktuellen Scam-Kampagnen zu warnen
- Beispiele für Fake-Anzeigen zu zeigen
- klarzustellen: „Ich bewerbe keine Investments“
Das schafft Transparenz und hilft potenziellen Opfern.
3. Referenzpunkt für Medien und Öffentlichkeit
Journalisten, Nutzer und Betroffene brauchen eine verlässliche Quelle.
Eine offizielle Website kann genau das sein – eine Art „digitaler Anker“ inmitten von Desinformation.
4. Suchmaschinen bewusst nutzen
Mit einer gut gepflegten Website steigt die Chance, dass sie bei Google ganz oben erscheint.
Das kann helfen, Fake-Seiten zu verdrängen oder zumindest zu relativieren.
Die Realität: Kein Allheilmittel, aber ein starkes Werkzeug
So sinnvoll all diese Massnahmen sind – sie lösen das Problem nicht vollständig.
Betrüger arbeiten schnell, international und oft anonym.
Social-Media-Plattformen spielen eine zentrale Rolle, weil genau dort die Fake-Anzeigen verbreitet werden.
Das bedeutet:
- Eine Website verhindert keine Scam-Anzeigen
- Aber sie schafft Orientierung für diejenigen, die skeptisch werden
Und genau das kann im Einzelfall entscheidend sein.
Fazit
Der Fall zeigt deutlich:
Im digitalen Raum reicht es nicht mehr, einfach präsent zu sein – man muss aktiv seine eigene Identität schützen.
Defensive Domainregistrierung und eine offizielle Website sind dabei keine Luxusmassnahmen, sondern werden zunehmend zur Notwendigkeit.
Sie bieten:
- Schutz vor Missbrauch
- eine klare Stimme gegen Betrug
- und eine Möglichkeit, Kontrolle zurückzugewinnen
Nicht perfekt. Aber deutlich besser, als gar nichts zu tun.
In einer Welt, in der ein Gesicht zur Waffe für Betrüger werden kann, ist die eigene Website vielleicht eines der wenigen Mittel, um sich überhaupt noch wirksam zu wehren.