Sie ist das Gesicht, dem die Schweiz vertraut. Mona Vetsch gewinnt Publikumspreise am laufenden Band und führt die Beliebtheitsskalen der SRG-Umfragen souverän an. Doch wer im Netz nach ihrer offiziellen Homepage sucht, stösst auf eine digitale Leere. Wie ist das im Jahr 2026 möglich?
In einer Zeit, in der jeder C-Promi eine durchoptimierte Landingpage besitzt und Influencer ohne eigene Plattform als unsichtbar gelten, ist Mona Vetsch ein Anachronismus. Die junge Thurgauerin, die uns in «Mona mittendrin» in Felswände, Gefängnisse und fremde Wohnzimmer mitnimmt, verzichtet konsequent auf ein eigenes digitales Zuhause.
Die Macht der Präsenz statt der Plattform
Warum leistet sich eine der erfolgreichsten Frauen im Schweizer Fernsehen diese Lücke? Die Antwort liegt vermutlich in ihrer Strategie der maximalen Authentizität. Mona Vetsch ist eine „Public-Service-Marke“. Ihr Name ist so untrennbar mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) verbunden, dass das Portal des Senders quasi zu ihrer inoffiziellen Website geworden ist. Wer „Mona“ will, geht zu Play SRF.
Während andere Stars ihre eigenen Kanäle pflegen, um die Kontrolle über ihr Image zu behalten, lässt Vetsch ihre Arbeit für sich sprechen. Ihre „Website“ sind die Menschen, die sie porträtiert, und die Geschichten, die sie erzählt.
Das Risiko der digitalen Abwesenheit
Doch diese Strategie hat eine Kehrseite, die Vetsch in letzter Zeit schmerzlich zu spüren bekam. Wo kein offizielles „Original“ die Suchergebnisse dominiert, haben es Fälscher leicht. Immer wieder missbrauchen Betrüger ihr Gesicht für Deepfake-Werbung und dubiose Finanzprodukte. Ohne eine offizielle Website fehlt ihr der zentrale Ankerpunkt, um solche Fakes formell zu entlarven.
Vetsch nutzt zwar Instagram, um ihre Follower direkt zu warnen, doch die klassische „Visitenkarte“ im Netz bleibt leer.
Ein Statement gegen den Selbstvermarktungswahn?
Vielleicht ist das Fehlen einer Website aber auch das ultimative Statement einer Frau, die laut eigener Aussage «mit den Beinen auf dem Boden bleiben» will. In einer Welt, die nach Selbstdarstellung schreit, wirkt der Verzicht auf eine eigene Domain fast schon revolutionär. Es ist ein tiefes Vertrauen darauf, dass Qualität auch ohne SEO-Optimierung und Eigenmarketing gefunden wird.
Mona Vetsch beweist: Man muss nicht im Internet „stattfinden“, um in den Herzen der Menschen präsent zu sein. Ihr Erfolg basiert nicht auf Klicks auf einer Startseite, sondern auf der Zeit, die sie sich für echte Begegnungen nimmt.
Fazit: Die Marke ist die Begegnung
Ob Mona Vetsch jemals eine .ch-Adresse registrieren wird, bleibt offen. Aktuell scheint sie es nicht nötig zu haben. Während andere ihre Marke im Netz bauen, lebt Vetsch ihre Marke im echten Leben – mittendrin. Und solange das Publikum sie dort findet, bleibt die digitale Leere wohl ihr sympathischstes Alleinstellungsmerkmal.