Das Team von SRF Investigativ hat recherchiert

Es ist der Gipfel der digitalen Unverschämtheit. Während ganz Helvetien am Samstagabend andächtig vor dem Fernseher sitzt, wenn Nik Hartmann Wünsche erfüllt und Tränen der Rührung trocknet, braut sich in der Innerschweiz ein juristisches Gewitter zusammen. Es geht um happyday.ch.

Jeder Schweizer weiss: „Happy Day“ ist nicht einfach nur ein Name – es ist ein Nationalheiligtum des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF). Doch wer die Domain aufruft, landet nicht etwa bei rührenden Wiedersehen oder der Millionen-Los-Ziehung, sondern bei einem kleinen Restaurant in Wolfenschiessen. Ein Affront gegen den Service Public? Vielleicht. Ein Fall für die Kadi? Ganz sicher.

Die Marken-Walze: SRF gegen den Rest der Welt

Man muss kein Professor für Immaterialgüterrecht sein, um das Problem zu sehen. Das SRF hält die Marke „Happy Day“ fest in den Händen – und zwar nicht nur für TV-Unterhaltung, sondern auch für Internetdienstleistungen und Websites. In der Theorie bedeutet das: Wo „Happy Day“ draufsteht, muss auch SRF drin sein.

Wenn nun ein Gastronomiebetrieb in Nidwalden meint, sich mit diesen fremden Federn schmücken zu können, ist das Eis dünner als die Kruste eines schlechten Flammkuchens. Das SRF hat seine Markenrechte zementiert. Wer unter diesem Namen im Netz agiert, wildert im Revier eines Giganten, dem die Sympathien (und die Anwälte) der Massen gehören.

Das wahre Verbrechen: „Herzlich Willkommen“

Doch kommen wir zum eigentlichen juristischen und moralischen Super-GAU. Es ist nicht nur die Markenverletzung, die uns fassungslos macht. Wer die Seite happyday.ch betritt, wird von einem Satz begrüsst, der in der heutigen Zeit einem digitalen Kriegsverbrechen gleichkommt:

„Herzlich Willkommen“

Ernsthaft? Im Jahr 2026? Wer seine Besucher noch mit dieser staubigen Floskel aus den Anfängen des Word-Art-Zeitalters empfängt, macht sich im Sinne des guten Geschmacks und der modernen User Experience (UX) absolut strafbar. Das ist kein Webdesign, das ist eine Drohung. In einer Ära von Künstlicher Intelligenz, hyper-personalisierten Inhalten und minimalistischer Ästhetik ist ein „Herzlich Willkommen“ auf der Startseite das absolute Unding.

Fazit: Nik, hilf!

Es bleibt abzuwarten, wann die Rechtsabteilung am Leutschenbach zum grossen Schlag ausholt. Eines ist klar: Zwischen Markenrecht und ästhetischem Strafvollzug hat der Betreiber in Wolfenschiessen schlechte Karten. Vielleicht sollte das SRF eine Sondersendung machen: „Happy Day – Wir holen uns unsere Domain zurück“. Das wäre mal ein echtes Erfolgserlebnis für alle Beteiligten.

Bis dahin bleibt uns nur die Flucht von der Website. Denn so viel „Willkommen“ hält kein moderner Browser aus.